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Feuerwehrgeschichte

Das Feuerlöschwesen in Untermaxfeld und den dazugehörenden Ortschaften begann nicht erst mit Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Die älteste Notiz in Sachen Feuerschutz finden wir in einer Aufzeichnung des protestantischen Pfarrers Dorfmüller von Untermaxfeld aus dem Jahre 1858, diese lautet: 

"In diesem Jahr wurde der politischen Gemeinde Untermaxfeld durch die Gnade der Regierung eine Feuerspritze im Wert von 400 Gulden geschenkt. Bisher war auf dem ganzen Moose keine vorhanden gewesen, die Spritze wird im Messnerökonomiegebäude autbewahrt."

Im Jahre 1882 wurde vom Bezirksamt Neuburg der Bau eines sogenannten Feuerrequisitenhäuschens für die Gemeinde Untermaxfeld bewilligt. Es hatte die Außenmaße von 4 x 5 Meter und wurde dort errichtet, wo heute das Kriegerdenkmal steht. Die Baukosten betrugen 274 Mark, die Plangenehmigung kostete 3,60 Mark. Aufgrund eines Brandschadens bei einem Karl Seißler in Untermaxfeld am 29. Oktober 1886, hat das Bezirksamt die Gemeindeverwaltung auf die Einhaltung der ortspolizeilichen Vorschriften der Feuerlöschordnung vom 24.Oktober 1868 erinnert. 

Der Gemeindeausschuß Untermaxfeld hat sich dann in einer Sitzung vom 7.Januar 1887 mit dem bezirksamtlichen Schreiben befast und dazu erklärt, dass diese Vorschriften in der Gemeinde nicht vorliegen, bzw. unbekannt seien.

Das im Jahre 1882 erbaute Feuerrequisitenhäuschen

Es wurde ferner erklärt, dass bei vorkommenden Bränden von der Gemeindebehörde stets die Anordnung für Löscharbeiten getroffen wurden und in solcher Weise ausgeführt, dass ein Übergreifen auf ein Nachbargebäude stets verhindert werden konnte. 

Bezüglich der gemeindlichen Löschgeräte heißt es im damaligen Protokoll wörtlich: 

"Die fahrbare Feuerspritze und sonstigen Löschgeräthe sind in gut erhaltenem Zustande, jedoch die Spritze von ganz geringer Wirkung, ein Altertum, welches vor Jahren der hiesigen Gemeinde geschenkt wurde." 

Auch die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr kam damals bereits zur Sprache. Man meinte, dass es am guten Willen der Bürger und Bürgersöhne nicht fehle, aber es seien die nötigen Mittel zur Anschaffung von zusätzlichen Löschgeräten nicht vorhanden, wobei auf die notorische Armut der Gemeinde verwiesen wurde. 

Doch trotz der schlechten Finanzlage damals, kam man wohl nicht daran vorbei, etwas zur Verbesserung des Feuerschutzes zu tun. Da war als erstes die alte Feuersprize, die das Wasser noch nicht selbst ansaugen konnte, es mußte vielmehr zur Spritze getragen oder gefahren werden. Seitens der Gemeindeverwaltung lies man daher einen Kostenanschlag über die Abänderung der Feuerlöschmaschine in eine Saug und Druckspritze einholen. Das Angebot kam von dem Glockengießer und Feuerlöschmaschinenbauer C.K.Klein aus Neuburg. Durch den Umbau sollte die Spritze eine Leistung von 160 Liter pro Minute erhalten und das Wasser 24 Meter weit werfen. Im Angebot waren auch 40 Meter Hanfschläuche, außerdem eine Garantie von 3 Jahren enthalten. Die Kosten hierfür waren mit 500 Mark veranschlagt. 

Am 4. März 1887 befaßte sich dann der Gemeindeausschuß wieder mit dem Feuerlöschwesen. Es wurde der Umbau der alten Spritze beschlossen, das war immerhin um 300 Mark billiger, als eine neue Spritze. Zur Finanzierung wurde ein Darlehen mit 5 jähriger Lautzeit aufgenommen.

In der gleichen Sitzung wurde auch die Neueinteilung der Spritzenmeister, Rottenführer und Spritzenmannschaften in allen Orten der Gemeinde vorgenommen, so wie es die Feuerlöschordung von 1868 verlangte. 

Im Jahre 1901 soll es in der Gemeinde Untermaxteld und auch in der Umgebung des öfteren gebrannt haben, wobei man sah, dass eine freiwillige Feuerwehr sehr am Platze wäre. Der damalige protestantische Pfarrer Leonhard Kühhorn aus Untermaxfeld berichtet daher am 29. November 1901 ans Bezirksamt:

"in Untermaxfeld sei Aussicht vorhanden, dass eine Freiwillige Feuerwehr zustande kommen könnte."

Am 22.Dezember 1901 fand dann in der Hafner`schen Gastwirtschaf Untermaxfeld eine Versammlung stat, bei der eine stattliche Zahl Unter- und Obermaxfelder Bewohner anwesend waren. Von den Anwesenden erklärten sich 35 als aktive Mitglieder bereit. Somit war die Gründung perfekt und es wurde gleich eine Vorstandschaft gewählt, und zwar folgende Herrn: 

1. als Vorstand, Herr Bürgermeister Philipp Eich, Untermaxfeld 

2. als Kommandant, Herr Ökonom Friedrich Koob, Untermaxfeld 

3. als Adjudant, Herr Kolonist Leonhard Gottschall, Untermaxfeld 

4. als Schriftführer u. Kassier, Herr Lehrer Ludwig Wieland, Obermaxfeld 

5. als Zeugwart, Herr Kolonist Friedrich Reichert, Untermaxfeld 

6. als Zugführer, Herr Kolonist Johann Link, Untermaxteld 

Herr Zimmermann Georg Oppenheimer, Untermaxfeld 

Herr Ökonom Michael Kroll sen., Untermaxfeld 

In den nächsten 2 Wochen kamen noch 13 Aktive hinzu. Bereits am 6. Januar 1902 war die erste Sitzung bei der die folgenden Regularien des Vereins beschlossen wurden: 

1. keine eigenen Statuten, es werden die des Landesvereins angenommen 

2. jedes Mitglied hat einen vierteljährlichen Beitrag von 25 Pf. zu zahlen 

3. bei 3 maligem Fernbleiben von den Übungen ist eine Strafe von 50 Pf. zu zahlen 

4. für das Fahren der Spritze zum Brandplatz werden 3 Mark aus der Gemeindekasse bezahlt. 

Die neugegründete Wehr war neben Neuschwetzingen (gegr.1900) und Karlshuld (gegr. 1901) die dritte Freiwillige Feuerwehr im Donaumoos. Als erstes brauchte man natürich eine Ausrüstung. Die wurde bei der Feuerwehr-Gerätefabrik Magirus in Ulm bestellt und am 25. Mai 1902 kam die Lieferung mit 50 Messinghelme, 8 Ofiziersgurte, 12 Steigergurte, 35 Mannschaftsgurte und Verschiedenes noch. Die Rechnung dafür lautete auf 450 Mark und 90 Pfennig, doch Geldmittel waren noch keine vorhanden. Zur Aufbringung derselben wurde vom Vorstand Bgm. Eich und dem Kommandanten Friedrich Koob in Untermaxfedl, Obermaxfeld, Stengelheim und Rosing eine Sammlung freiwilliger Gaben durchgeführt.

Urkunde Feuerwehrverband

Das Ergebnis waren 85 Mark und 20 Pf. Aufßerdem wurde noch ein Kredit von 200 Mark aufgenommen. Spenden kamen auch von Graf Moy und der Stadt Neuburg, ebenso ein Zuschuß vom Distrikt Neuburg (Landkreis). So war es dann möglich die Anzahlung von 300 Mark an die Firma Magirus zu leisten. 

Im ersten Jahr wurden 7 Übungen abgehalten. Ihren ersten Ensatz hatte die junge Wehr am 15.September 1902 in Ludwigsmoos. Dort war in einem Stadel Feuer ausgebrochen, das sich rasch über Stall und Wohnhaus ausbreitete. Als die Untermaxfelder Wehr eintraf, war der Dachstuhl bereits eingestürzt, es konnte jedoch das Übergreifen des Feuers auf das Nachbaranwesen verhindert werden. Ludwigsmoos besaß damals weder eine Freiwillige- noch eine Pflichtfeuerwehr. 

Nach dem ersten Rechenschaftsbericht, den der Schriftführer Lehrer Wieland am 25. Januar 1903 abgibt, hat der Verein 48 aktive und 19 passive Mirglieder. Zu den passiven Mitgliedern erklärt er folgendes: 

"Die Zahl der passiven Mitglieder ist für hiesige Gemeinde sehr klein. Viele könnten als solche der hiesigen Feuerwehr noch beitreten und würden durch ihren Beitritt zur Kräftigung der Feuerwehrkasse beitragen und dieselbe könnte sehr gut diese Mehrung brauchen; denn wie zum Kriegführen so auch hier, die Feuerwehr braucht Geld- Geld und nochmals Geld."

Die Geldnot wird den Verein auch noch für viele Jahre begleiten, denn Ausrüstung und Geräte mußten selbst beschafft werden. Die Gemeinde gab lediglich einen jährlichen Zuschuß von 25 Mark in die Vereinskasse. Es gab auch Zuwendungen von staatlichen Stellen für Neuanschaffungen von Ausrüstung u. Geräten, doch ein bestimmter Anteil mußte vom Verein selbst erbracht werden. 

Auch Leute mußte es damals gegeben haben, die der Feuerwehr nicht gut gesinnt waren, denn am 5. Juni 1904 wurden 20 Meter Schläuche, die zum Trocknen aufgehängt waren, zerschnitten. Täter unbekannt. Aber auch erfreuliches gab es zu berichten. Am 18.August 1904 war ein Torfbrand auf einer Mooswiese des Magistrats (Stadt) Neuburg, der von der Wehr gelöscht wurde. Dafür gab es 25 Mark für die Vereinskasse und 25 Liter Bier für die beteiligte Mannschaft. Diese erhielt auch eine Brotzeit beim Gastwirt Hafner, de aus 

"einem Laib Brot und 2 Pfund Käse" 

bestand, was der Vereinskasse 2,50 Mark kostete.

Nachdem die vorhandene Spritze alt und launenhaft geworden war, so wird berichtet, hat sich der Ausschuß schweren Herzens zu einer Neuanschaffung entschlossen. Gekauft wurde die Spritze bei der Nürnberger Feuerlöschgeräte u. Maschinenfabrik Braun, sie kostete 1150 Mark. Die Bezahlung wurde durch Vertrag geregelt und zwar so, dass Raten erst zu zahlen sind, wenn Unterstützungen (Zuschüsse) eingehen, die Restsumme ist mit 4 % zu verzinsen. Am 18. Dezember I904 wurde die neue Spritze geprüft und als tadelloses Werk anerkannt. 

Spritze von 1904 

Der Landesverband der Feuerwehren verlangt ab 1904, dass alle angeschlossen Vereine zu uniformieren sind. Der Vereinsausschuß beschließt daher im Frühjahr 1905 die Bestellungvon 48 Feuerwehrjoppen beim Schneidermeister Brenner in Neuburg, zum Preis von 12 Mark je Stück. 

In der damaligen Zeit wurden die Generalversammlungen mit einem dreimaligen

"Gut Heil" 

auf seine königliche Hoheit den Prinzregenten Luitpold geschlossen, er war nämlich der allerhöchste Prodektor der Feuerwehren und des Bayer. Landes- Feuerwehr-Verbandes. Es fand auch alljährlich zu dessen Geburtstag am 12.März eine sogenannte Kirchenparade statt, zu der die Wehr ausruckte, 

".. an dieselbe schloß sich ein manchmal sehr lange dauernder Frühschoppen an," 

so berichtet Schriftführer Wieland.

"Der Besuch der Übungen dürfte besser sein", 

so kann man im Jahresbericht 1904 lesen. Im Bericht 1907 heißt es diesbezüglich: 

"es sei keine Wende zum Besseren eingetreten"

und im Bericht 1908 steht: 

"der alte Schlendrian ist geblieben".

Vielleicht war ein Grund für die Unlust an den Übungen die Tatsache, dass es damals bei den Feuerwehren sehr militärisch zuging. Ein Großteil der Übung bestand aus exerzieren. Die damals Regierenden sahen die Feuerwehren auch als vormilitärische Ausbildung. Diese Art der Übung waren bis zum Ende des 2. Weltkrieges üblich. Neben dem Fernbleiben von den Übungen kamen auch noch rückläufige Mitgliederzahlen bei den Aktiven hinzu, innerhalb eines Jahres sind 15 ausgetreten.

Zu diesem Problem wird berichtet: 

"Um dem ewigen Austreten aus der Wehr einen Riegel vorzuschieben, beschloß der Ausschuß am 23.Mai 1904 folgendes: Der schlechte Besuch der Übungen u. die Machtlosigkeit des Ausschusses gegen dieses Übel veranlassen letzteren beim Kgl.Bez.Amt Neuburg den Antrag zu stellen, es möge sobald es möglich in Untermaxfeld die Pflichtfeuerwehr eingeführt werden."

Dieser Antrag brachte allerdings keinen Erfolg, weil ein eigenes Ortsstatut der Moosgemeinden das nicht zuließ. Es dürfre sich hier um die für die Donaumoosgemeinden geltenden Vorschriften für das Feuerlöschwesen von 1868 handeln. Dieselbe wurde aber dann durch das Bezirksamt am 3.Juni 1905 aufgehoben, sodass von da an eine Pflichtfeuerwehr eingeführt werden konnte. Diese Pfichtfeuerwehr war keine selbständige Wehr, es waren vielmehr Personen, die ortspolizeilich zum Feuerwehrdienst verpflichtet wurden, die aber unter dem Kommando der freiwilligen Feuerwehr standen. Das hatte zur Folge, das in diesem Jahr die Zahl der Aktiven wieder von 33 auf 50 anstieg. Ofensichtlich war man lieber bei der freiwilligen Feuerwehr als bei der Pflichtfeuerwehr, denn bei der letzeren gab es ortspolizeiliche Strafen wenn man bei Übungen nicht teilnahm. In den Brandeinsatzberichten ist erstmals bei einem Einsatz 1915 in Rosing verzeichnet, dass neben 40 freiwilligen Feuerwehrleuten auch 20 der Pflichtfeuerwehr teilgenommen haben. 

Der Rechenschaftsbericht von 1912 zieht Bilanz über die ersten 10 Jahre des Vereins. Der Mitgliederstand war 40 aktive und 22 passive, das Vermögen des Vereins an Ausrüstung und Geräten wird mit ca. 2100 Mark veranschlagt. Zu Einsätzen mußte die Wehr 11 mal ausrücken, an Festlichkeiten waren zu verzeichnen ein Gartenfest beim Gastwirt Hafner im Jahre 1904, dann anläßlich von 25-jährigen Gründungsfesten der Feuerwehren Heinrichsheim, Marienheim, Wagenhofen u. Ambach, 

"... es fuhren ein Teil der Mitglieder mit schön geschmückten Leiterwagen dorthin", 

In den Jahren 1906 bis 1911 wurde jeweils ein Ball abgehalten. Die Einnahmen an Beiträgen seit Gründung waren weils 648,40 Mark u. an Spenden u. Zuschüssen waren die Einnahmen 1363,20 Mark. Der Schuldenstand für die im Jahre 1904 gekaufte Spritze betrug 700 Mark. 

Am 1. April 1912 verläßt Pfarrer Leonhard Kühhorn Untermaxfeld. Nachdem dieser zur Gründung der Feuerwehr viel beigetragen hat, wird er zum Ehrenmitglied ernannt. 

Der Beginn des 1. Weltkrieges im Jahre 1914 brachte natürlich auch der Feuerwehr große Probleme. Im Laufe der vier Kriegsjahre wurden von 45 Aktiven 37 zum Kriegsdienst eingezogen. In den Jahren 1916 bis 1918 konnten keine Übungen abgehalten werden, weil kein Führungspersonal mehr da war um die Übungen zu leiten. Die Wehr führte in dieser Zeit der Steigerzugführer Johann Bauer. Von der Möglichkeit Frauen und Mädchen zum Feuerwehrdienst aufzufordern, wurde kein Gebrauch gemacht. Während der Kriegszeit waren 4 Brandfälle, davon 3 in Obermaxfeld und 1 in Stengelheim. Am Kriegsende 1918 hatte die Feuerwehr 3 Gefallene und 2 Vermisste zu beklagen, 3 Wehrmänner waren erst am Ende des Jahres 1921 aus der Gefangenschaft zurückgekehrt. 

Laut der Jahresrechnung 1918 betrug die Spritzenschuld noch 500 Mark. Offensichtlich hat die Lieferfirma auf Zahlung gedrängt, denn es wurde beim Darlehenskassenverein ein Kredit von 800 Mark autgenommen und die Restschuld beglichen. Die Gemeinde mußte für diesen Kredit Bürgschaft leisten. 

Der verlorene Krieg hatte eine Geldentwertung und allgemeine Verteuerung zur Folge, was sich auch bei der Feuerwehr bemerkbar machte. Man erhöhte daher 1921 den Jahresbeitrag auf 3 Mark. Dann kam das Jahr der Inflation 1923, in dem die Geldentwertung in Deutschland ihren höchsten Stand erreichte. Der Mitgliedsbeitragfür dieses Jahr war 100 Mark, der Vorstand selbst leistete einen freiwilligen Beitrag von 4873 Mark. So kam eine beträchtliche Summe an Einnahmen zusammen. Auf der Ausgabenseite waren nur wenige Posten, doch die hattens in sich. Für den Bezug der Zeitung für Feuerlöschwesen wurden bezahlt: 

am 20 Januar 165 Mark, 

20. Juni 1500 Mark, 

am 22. Oktober 100000 Mark. 

Hieran kann man so recht die rasante Geldentwertung erkennen. Des weiteren wurde noch der Kredit beim Darlehenskassenverein zurückbezahlt, eine günstige Gelegenheit endlich die Schulden loszubringen. Am Jahresende waren die Ausgaben um rund 96000 Mark höher als die Einnahmen. Der Kassier hatte das fehlende Geld vorgestreckt, er verzichtete aber auf einen Rückersatz. Das war für ihn kein allzu großer Verlust, denn der Preis für einen halben Liter Bier war zu diesem Zeitpunkt ca. 60000 Mark u. zum Jahresende war das Geld völlig wertlos. Vereinskassier war der damalige Bürgermeister Christian Klink, er übte dieses Amt von 1906 bis 1931 aus.

Im Jahre 1924 ging es dann mit neuer Währung (Reichsmark) weiter. Nachdem die Kasse leer war, wurde gleich ein Faschingsball abgehalten, der allerdings nur einen Überschuß von 7,25 RM brachte. Als Jahresbeitrag wurde 1 RM erhoben. Zum Ende des Jahres war ein Kassenstand von + 58.28 RM und der Verein hatte keinerlei Schulden mehr. Erfreulich war auch, daß ab diesem Jahr für den gesamten Sachbedarf die Gemeinde aufzukommen hatte.

Am 19. Januar 1928 wird dem Oberlehrer Ludwig Wieland das Feuerwehr-Ehrenzeichen für 25-jährige Dienstzeit verliehen. Man kann ihn als die treibende Kraft der Feuerwehr von damals bezeichnen. Von der Gründung an war er Schriftführer u. Kassier u. ab 14.01.1906 dann Vorstand und Schriftführer. Diese beiden Ämter bekleidete er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1930. Seinen vorbildlichen Protokollen haben wir es zu verdanken, daß wir über die Feuerwehr von damals soviel wissen. In der Versammlung vom 16.03.1930 verabschiedet er sich von der Wehr mit: 

"...ich wünsche der Wehr alles Gute u. hoffe, wenn ich einmal wieder hierher komme nur Erfreuliches von ihr zu hören". 

Er mußte in seiner langen Amtszeit viel Unerfreuliches erleben, 8 Kommandanten sah er kommen u. gehen, doch er hat nicht aufgegeben. Als Abschiedsgeschenk bekam Wieland eine Standuhr, die man zum Preis von 45 Mark beim Neuburger Uhrmacher Carl Schott gekauft hatte. Das Amt des Vorstandes übernahm von da an der Untermaxfelder Lehrer Georg Höntze. 

Nur wenige Brandeinsätze hatte die Wehr nach dem Ende des 1. Weltkrieges. Einmal im Jahre 1919, dann kamen 4 Jahre ohne Einsatz , 1925/26 gab es Brandfälle im Bereich der Wehr, wobei sie bei einem Brand in Rosing gar nicht zum löschen kam. Zwar waren einige Wehrmänner dort, aber die Spritze kam nicht, weil die Alarmierung nicht funktionierte. Die Löscharbeiten führte die Feuerwehr Zell durch. Es passierte aber auch mehrmals, daß die Untermaxfeld der Wehr nach auswärts fuhr und die zuständige Wehr nicht erschienen ist.

Verabschiedung von Oberlehrer Ludwig Wieland, er war von 1906 bis 1930 Vorstand der Freiwilligern Feuerwehr Untermaxfeld. Personen sitzend (von links n. rechts) Bgm. Christian Klink (Kassier der FFW von 1906 bis 1931) Frau Wieland, Ludwig Wieland, Georg Durmair (Lehrer an der kath. Schule Untermaxfeld). Personen stehend Heinrich Schäfer (Kommandant der FFW) Katharina Klink (Wirtin) Tochter von Wieland, Frau Eichner, Lehrerin an der kath. Schule, Frau Durmair, Georg Höntze (Lehrer an der evang. Schule, Untermaxfeld) Frau Höntze und Frl. Goos (Lehre- Tn an der evang. Schule). 

Wie ging es damals zu, wenn ein Feuer ausbrach. Bei Tage war ja ein Brand weithin zu sehen, wenn nicht gerade ein dicker Moosnebel war. Aber bei Nacht war's problematisch. In der Feuerlöschordnung von damals steht: 

"Sofort nach Ausbruch eines Brandes sindLärmzeichen zu geben", 

daswaren das

"Feuri- johrufen", 

blasen mit dem Signalhorn und läuten der Glocken. Bei unseren Straßendörfern waren lange Wegstrecken ertorderlich, um die Wehrmänner zu erreichen und das zu Fuß oder mit dem Fahrrad; das waren die Verkehrsmittel von damals. 

Es gab aber auch noch den Feuerreiter. Im Jahre 1905 wird nämlich der Bürgermeister ersucht, baldmöglichst für die Autstellung von Feuerreitern für die einzelnen Ortschaften zu sorgen. Im Bericht von 1907 ist diesbezüglich folgendes zu lesen: 

"Von Seiten der Gemeinde ist jetzt der Spritzenfahrdienst wie auch der Feuerreiterdienst geregelt. Sollte uns nun in diesem Jahr die Pflicht rufen, dem verheerenden Element Feuer Einhalt zugebieten, so kommen sie zahlreich zum Brandplatze, denn jetzt ist es dann nichts mehr mit der Entschuldigung: Ich habe es nicht gewußt." 

Im Jahre 1928 war ein größerer Moorbrand in der Kühweide. Nachdem dort kein Wasser vorhanden war, wurden zur Ach Gräben gezogen und Wasser umgeleitet. Die Löscharbeiten dauerten 2 Tage. Unterstützt wurde die hiesige Wehr zeitweise von den Nachbarwehren Grasheim, Zell und Marienheim. Vermerkt ist hierzu: 

"Von dem Brandleider erfuhr die Wehr weder Dank noch Anerkennung. Dagegen sprach das Bezirksamt für die aufopfernde Tätigkeit der Wehr, dieser seine Anerkennung aus." 

Ereignisreich waren die Jahre 1929 bis 1933 , 17 mal mußte die Wehr ausrücken, davon 3 mal nach auswärts. Ein bekanntes Gerücht war damals, 

"des ham Kommunist'n o'brennt".

Bemerkenswert ist der Brand bei Vitus Schmid, Untermaxfeld am 27.8.1931. Im Jahresbericht heißt es hierzu: 

"Anfangs waren 6 bis 8 Mann an der Spritze. Später aber mußte der Vorstand mit seinen Schlkindern die Spritze in Tätigkeit erhalten", 

wahrscheinlich war die gegenüberliegende Gastwirtschaft schuld daran!

Brand bei Vitus Schmid 1931

Nach der Machtergreitungdurch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 kamen weitreichende Eingriffe in das System der Freiwilligen Feuerwehren. In den ersten Jahren war noch wenig zu spüren, doch ab 1938 kann man aus damaligen, allerdings nur spärlich vorhandenen Unterlagen doch einiges herausfinden. So zum Beispiel ist aus der altbekannten Generalversammlung der Generalappell geworden, aus dem Kommandanten wurde der Wehrführer. 

In dieser Zeit lesen wir auch wieder von der Pflichtfeuerwehr, und zwar in einer Ladungsliste mit der die Jungmänner des Jahrgangs 1919 zur 1. Feuerwehrübung am 5. Mai 1937 geladen werden. 

"Wer unentschuldigt der Übung fernbleibt, hat Strafantrag zu gewärtigen", 

heißt es am Schluß der Ladung. Das galt natürlich nur für solche, die nicht Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr waren. 

Am 16.Juni 1935 wurde die Wehr nach Obermaxfeld gerufen, wo im Stadel des Konrad Gottschall Feuer ausgebrochen war. Durch Funkenflug ist dann auch noch der Strohhaufen des Johann Reble in Brand geraten. Die beiden Brände konnten unter Mithilfe der Nachbarwehren Zell und Marienheim gelöscht werden. Dieser Brand war der Auslöser für einen Antrag, in Obermax- feld eine eigene Feuerwehr zu gründen. Es wurde alsbald eine zweite Spritze durch die Gemeinde angeschafft. Es finden sich hierüber lediglich Eintragungen über zwei Ratenzahlungen von 250 u. 300 RM an einen Paul Ludwig Maschinenfabrik in Bayreuth, sowie eine Transportkostenrechnung über 33,96 RM vom 22.11.1935. 

Für Obermaxfeld wurde zugleich ein eigener Löschzug gebildet und die Spritze von 1904 kam dorthin. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Obermaxfeld erfolgte erst am 25. April 1937 in der dortigen Gastwirtschatt Peter Müller. Zu deren Einzugsbereich gehört neben Obermaxfeld noch Rosing und der, am Zeller Kanal liegende Teil von Stengelheim. 

Aus Gemeinderatsbeschlüssen von 1936 u.1937 geht hervor, daß in Untermaxfeld ein neues Gerätehaus gebaut werden soll, weil laut Bürgermeister das alte am einfallen ist. 

"Der Neubau muß mit allen Mitteln betätigt werden", 

so erklärt er. Doch 10 Jahre vergingen bis man sich mit der Sache wieder befaßte. Die Spritze war in dieser Zeit in privaten Gebäuden untergestellt. 

Die im Jahre 1935 beschaffte Spritze, bei einer Schauübung zum 50-jährigen Jubiläum 

Aus einem Bericht von 1938 ist zu ersehen, daß die Gesamtstärke der Freiwilligen Feuerwehr Untermaxfeld aus 143 Mann besteht, davon entfallen auf: 

Untermaxfeld 64 Mann 

Obermaxfeld 48 Mann 

Neuschwetzingern 31 Mann. 

Es gab also damals nur eine Freiwillige Feuerwehr in der Gemeinde. Die von Neuschwetzingen und Obermaxteld waren unterstellt, es gab auch nur einen Wehrführer. Das Aus für die bisherigen Vereine kam mit dem neuen Gesetz über das Feuerlöschwesen u. seiner Durchführungsverordnung vom 24.10.1939. Hier wird die Freiwilligefeuerwehr als gemeindliche Einrichtung und technische Hilfspolizeitruppe für Notstände aller Art bezeichnet. Mitglieder konnten nur Männer deutscher Staatsangehörigkeit sein, Juden durtten nicht aufgenommen werden. Über die Aufnahme in die Wehr hatte der Bürgermeister im Benehmen mit dem Wehrführer zu entscheiden. Der in die Wehr aufgenommene Feuerwehrmann mußte einen Eid auf Führer und Volk leisten. 

Mit dieser Verordnung waren die alten Feuerwehrvereine aufzulösen, deren Vermögen hatte mit allen Rechten und Pflichten an die Gemeinden überzugehen. Von dem Übergang des Vermögens der Vereine auf die Gemeinden blieben die Barmittel ausgeschlossen, die nicht für Zwecke des Feuerlöschwesens bestimmt waren. 

Auch der bis dahin bestehende Bayer. Landes- Feuerwehrverband wurde aufgelöst. 

Eine Bestimmung des seinerzeitigen Staatsministeriums, dass bis zum 65. Lebensjahr ausgerückt werden müsse, wurde von der damaligen Feuerwehrführung nach Rücksprache mit dem Bürgermeister abgelehnt. Wenn auch der Verein aufgelöst war, so wurde doch dessen Vereinskasse in gewohnter Weise weitergeführt bis zum Ende der Diktatur. 

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 brachte natürlich für die Feuerwehr starke Einschränkungen: Nur vereinzelt waren noch Zusammenkünfte, so am 04.08.1940 Vereidigungund und 01.09.1940 Appell. Durch Einberufungen zum Kriegsdienst war der Mannschaftsstand von 64 (1937) auf 21 (1940) zusammengeschrumpft. In den Jahren 1940 bis 1944 mußte oftmals an Trauerfeiern für gefallene Feuerwehrkameraden teilgenommen werden, 14 mal weist das Kassenbuch Ausgaben für Trauerkränze auf. In die Kriegszeit fällt auch der Kauf der 1. Motorspritze Marke "Flader" im Jahre 1943. Näheres ist über diesen Vorgang nicht bekannt, lediglich ein zweimaliger Ansatz im Gemeindehaushalt mit je 1000 RM.

Diese Neuanschaffung bestand ihre Bewährungsprobe bei einem Großbrand. Anfang September 1945 in Untermaxfeld. Längere Trockenheit und sehr starker Ostwind beeinfußten dieses Brandgeschehen. Der Ausbruch des Brandes gegen 12.30 Uhr war in der Scheune des Konrad Seißler. Er soll durch spielende Nachbarskinder verursacht worden sein. Das Feuer griff dann auch auf den Stall und die voll gefüllte Torfhütte über. Kurz darauf brannte im übernächsten Anwesen des Willi Schlofßstein Stall u. Scheune und eine halbe Stunde später brannte es auch im dazwischenliegenden Anwesen des Friedrich Reichert, wo das gesamte Wohnhaus mit Stall den Flammen zum Opfer fiel. 

Kommandant Edler mit seinem Sohn und Motorspritze war alsbald am Brandplatz. Später trafen noch die Wehren von Neuburg u. Karlshuld ein. Bei Letzteren konnte allerdings die Spritze nicht in Gang gebracht werden. 

Auch eine Torfhütte vom Anwesen des Maurermeisters Daniel Wagner fing noch Feuer, konnte aber von den Eigentümern selbst gelöscht werden. 

Die im Jahre 1943 beschaffte Flader Motorspritze, beim 50 jährigen Jubiläumsfest

Bis etwa gegen 20 Uhr dauerten die Löscharbeiten. Ermöglicht wurde dies, weil eine Militärstreife der amerikanischen Besatzungsmacht die Versorgung mit Benzin sicherstellte. 

Nachdem der Krieg vorüber war, ist wieder neues Vereinsleben erwacht. Mit der Generalversammlung vom 12.10.1946 kam mit Kommandant Richard Mattes eine neue Führungsmannschaft. Am 01.06.1946 wurde eine Tanzmusik abgehalten, die für die Vereinskasse einen Reinerlös von 213,90 RM erbrachte. Auch mit Theaterspielen, 1947 mit 4 Aufführungen und 1948 mit 2 Aufführungen, kam Geld in die Vereinskasse. 

Der Mitgliederstand war 1947 mit 38 Aktiven und 78 Passiven angegeben. Infolge einer Aufforderung des Landratsamtes, befaßte sich die Gemeinde ab 1946 auch wieder mit dem Bau eines Feuerwehrhauses. Es wurde eine Planfertigung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis war ein Plan mit Feuerwehrgeräteraum, Schlauchturm, Gemeindeverwaltung u. einer Wohnung im Obergeschoß. Im Sitzungsprotokoll des Gemeinderats vom 12.01.1948 ist dann zu lesen:

"Von dem geplanten Feuerwehrhaus wird in der gegenwärtigen Zeit Abstand genommen u. man beschäftigt sich mit einem Provisorium, das kommendes Frühjahr in Angriff genommen werden soll." 

Schuld daran war wohl wieder einmal die Geldknappheit in der Gemeinde.

Theatergruppe von 1948 von links n. rechts sitzend: Paula Martin, Hans Hofstetter, Willi Schloßstein, stehend: Martin Meißler, Annelies Kraus und Hans Reichert.

Das Jahr 1948 brachte dann die Währungsreform als Folge des verlorenen Krieges. Von dem vorhandenem Reichsmark Vermögen (2607) der Feuerwehr blieben noch 150 DM übrig. 

Endlich im Jahre 1950 wurde mit dem Bau eines Feuerwehrhausesbegonnen. Es hätte damals auch einen Zuschuß gegeben, was allerdings mit dem Bau eines 10 m hohen Schlauchturm verbunden gewesen wäre. Der Gemeinderat lehnte dies ab, weil die Kosten für den Turm höher gewesen wäre als der Zuschuß. Die Kosten für das Gebäude betrugen 4511.-DM. 

Der Bürgermeister Christian Bitterwolf übernimmt 1951 das Amt des Vorstandes. 

Im Jahre 1952 wird das 50 jährige Gründungsfest gefeiert. Aus diesem Anlaß erhält die Wehr von der Gemeinde 14 neue Dienströcke, gefertigt von Schneidermeister Jakob aus Obermaxfeld u. 14 Helme, Kostenpunkt 845 DM. Das Fest findet am 29. Juni statt. Als Musikkapelle wurde die Kapelle Klink (9 Mann) gegen eine Bezahlung von 225 DM verpflichtet. Für das leibliche Wohl der Kapelle hatte der Festwirt Johann Klink zu sorgen. Das Festzeichen kostete damals 1 DM und die Abrechnung brachte einen Gewinn von 300 DM. 

Zur Verbesserung der Löschwasserversorgung hat die Gemeinde im Jahre 1955 ca. 20 Brunnen, hauptsächlich in Stengelheim errichten lassen. Die Kosten betrugen 12320.- DM. 

Nachdem das 1950 errichtete Feuerwehrhaus noch keinen Stromanschluß hatte, stellte die Wehr im Jahre 1962 einen entsprechenden Antrag bei der Gemeinde, die Anschlußkosten bei den Isar-Amper Werken waren 450 DM. Vom Gemeinderat wurde aber eine Batteriebeleuchtung vorgeschlagen, weil eine solche nur 20 bis 30 DM kosten würde. Dieser geniale Plan kam aber dann doch nicht zum Tragen, denn am 09.03.1965 wurde ein Anschluß mit Dachständer genehmigt.

Das 1950 errichtete Feuerwehrhaus

Gruppenfoto am 50-jährigen Vereinsjubiläum, 1. Reihe die Festdamen mit Kommandant Mattes und Vorstand Bitterwolf.

50-jähriges Gründungsfest, Kommandant Mattes bei der Festansprache.

Ein neues Löschgerät gab es 1964 und zwar ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF 8 (Typ Taunus Transit) zum Preis von 19 942,40 DM. Der Mitgliederstand betrug seinerzeit 32 Aktive u. 119 Passive. Von hier ab sind steigende Mitgliederzahlen festzustellen. 1971 waren es 46 Aktive, 135 Passive u. 11 Ehrenmitglieder. 

Eine wesentliche Verbesserung bei der Alarmierung der Feuerwehr brachte die Errichtung von Sirenen durch den Luftschutz-Warndienst im Jahre 1965. Durch ein zusätzlich eingebautes Programmschaltwerk und einem Feuermelder konnte nun damit Feueralarm ausgelöst werden. 

Der jährliche Vereinsbeitrag lag 1946 bei 2 RM, 1956 wurde auf 3 DM und 1958 auf 4 DM erhöht. Ab 1951 ist festzustellen, dass die Aktiven beitragsfrei sind. Eine verständliche Neuregelung, denn diese müssen ja viel Freizeit für die Wehr opfern. Bei allen größeren Festen und Anlässen wird die Feuerwehr zum Ordnungsdienst geholt. Schon 1933 beim Sängerfest des Männergesangvereins Untermaxfeld (Fahnenweihe) wurde dies zur vollsten Zufriedenheit erledigt. 

Auch die Lustbarkeiten kamen nicht zu kurz. Bei der Feuerwehr war's hauptsächlich das Tanzvergnügen. Da gab es Maimusik, Kirchweihtanz und vorallem Faschingsbälle.

Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug bei einer Übung

Ab 1946 waren diese regelmäßig jedes Jahr, bis sie allmählich aus der Mode kamen. Letzter Feuerwehrball war 1976. 

Ab dem Jahre 1964 gab es regelmäßige Prüfungen für das Feuerwehrleistungsabzeichen. Die Abzeichen gab es Anfangs in Bronze, Silber und Gold, später kamen noch Abzeichen in Gold-Blau, Gold-Grünn und Gold-Rot hinzu. 

Festlich wurde das 70 jährige Gründungsfest am 15. u.16. Juli 1972 begangen. Am Samstag mit einem bunten Programm und vielen Ehrungen, darunter auch die Ernennung des Festleiters Richard Mattes zum Ehrenkommandanten. Er war der Kommandant, der bis dahin dieses Amt am längsten ausübte. Am Sonntag gab es einen Festzug, die Totenehrung am Kriegerdenkmal und eine große Schauübung, wobei die alte Handspritze von 1935 gegen das TSF antrat. Ein Hornist gab das Alarmzeichen und die Wehrmänner kamen mit der alten Handspritze und dem neuen Feuerwehrauto angefahren. Den Wettlauf gewann die Mannschaft mit der alten Spritze. Sie konnten um einiges schneller 

"Wasser marsch" 

kommandieren. Die Gemeinde gab zum Fest einen Zuschuß von 700 DM. 

Festzug beim 70 jährigen Gründungsfest

Totenehrung am Kriegerdenkmal, anläßlich des 70-jährigen Gründungsfestes.

Bei den Beratungen zu diesem Jubiläumsfest kam auch die Anschaffung einer Vereinsfahne zur Sprache. Ein entsprechender Antrag fand aber in der Generalversammlung keine Mehrheit. 

Aus den Jahresberichten geht hervor, daß die Wehr in den folgenden Jahren an vielen Fahnenweihen teilgenommen hat. Das war dann wohl der Auslöser sich erneut mit der Materie zu befassen. In einer eigens dafür einberufenen Versammlung am 21.12.1982 kam ein eindeutiges Ergebnis heraus. Alle 54 anwesenden Mitglieder waren dafür, eine Vereinsfahne zu beschaften. 

Das große Ereignis der Fahnenweihe mit 80 jährigem Gründungsfest fand vom 29. Juni bis 1. Juli 1984 statt. Patenverein war die FFW Obermaxfeld, Festleiter der langjahrige Aktive Wilhelm Schloßstein, der auch die Fahne stiftete. Der Festzug am Sonntag mit 61 Vereinen, 41 Fahnen und 5 Musikkapellen war ein eindrucksvolles Ereignis für Untermaxfeld. In der darauffolgenden Hauptversammlung zeigten sich Vorstand Rudolf Seitle und Kommandant Hans Reichert sehr zufrieden über das gut gelungene Fest der Fahnenweihe, vor allem über die hervorragende Mitarbeit der Wehrmänner, sowie die allgemein gute Zusammenarbeit. 

80 jähriges Jubiläum - Festausschuß

Einzug ins Festzelt beim Gründungsfest mit Fahnenweihe

Fahnenjunker Gerhard Edler und Begleiter Carlhans Hofstetter mit Fahnenbraut Birgit Pallmann und Festdame Martina Kober

Fahnenbraut u. Fahnenmutter Hermine Schillinger mit allen Festdamen der Fahnenweihe

Einen Standortwechsel gab es 1985 von Untermaxfeldnach Stengelheim. Einen Dort war beim neuen Gemeindezentrum eine gemeindlicheFahrzeughalleer- richtet worden, in dem auch für FFW Untermaxfeld eine Gerätchalle mit Schu lungsraum integriert war. Die anteiligen Kosten für Feuerwehrbereich betru gen 292 orcen 292 000 DM, die Feuerwehr selbst erbrachte Arbeitsleistungen im Wert von ca. 20 000 DM. Die Einweihung fand am 9.11.1985 statt, wobei auch ei- ne Ausstellung über die Geschichte der Feuerwehr gezeigt wurde. Einweiterer Schritt zurModernisierung warderAnschluß an dieFunkalar- mierung, vom Landratsamt schon 1976 angeregt, doch vom Gemeinderat da- mals abgelehnt. Erst als dieser Anschluß durch Gesetz eine Plichtaufgabe der Gemeinde wurde, kam er im Jahre 1983. Durch den Anschluß an die zentrale Funkalarmierung können die Feuerwehren durch die Polizeizentrale benach- richtigt und alarmiert werden, wenn Notfälle wie Brand, Hochwasser, Ver- kehrsunfalle und Ahnliches es erfordern. Als nächstes bedeutendes Ereignis ist die Anschaffung eines neuen Lösch- gruppenfahrzeuges zu nennen, es ist ein LF8 der Marke Iveco (Magirus), geliefert am 14.12.1988 von der Firma Ziegler aus Giengen. DOie Anschaffungss 

Ein weiterer Schritt zur Modernisierung war der Anschluß an dieFunkalarmierung, vom Landratsamt schon 1976 angeregt, doch vom Gemeinderat damals abgelehnt. Erst als dieser Anschluß durch Gesetz eine Plichtaufgabe der Gemeinde wurde, kam er im Jahre 1983. Durch den Anschluß an die zentrale Funkalarmierung können die Feuerwehren durch die Polizeizentrale benachrichtigt und alarmiert werden, wenn Notfälle wie Brand, Hochwasser, Verkehrsunfälle und Ähnliches es erfordern. 

Als nächstes bedeutendes Ereignis ist die Anschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges zu nennen, es ist ein LF8 der Marke Iveco (Magirus), geliefert am 14.12.1988 von der Firma Ziegler aus Giengen. DOie Anschaffungskosten betrugen 169000 DM, abzüglich der Zuschüsse hatte die Gemeinde noch 55000 DM aufzubringen. 

Das Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Untermaxfeld (LF 8)

Ein neues Fahrzeug bringt auch eine Verpflichtung zur Mehrarbeit. Die Technik erfordert einen höheren Ausbildungsstand, so äußerte sich Kreisbrandrat Landshammer bei der Fahrzeugsegnung am 4. Mai 1989. Insbesonders der in der Fahrzeugausrüstung enthaltene schwere Atemschutz erfordert einen hohen Kenntnisstand, der nur durch laufendes Training erreicht werden kann. 

Mit dem Anschluß der gesamten Gemeinde an die zentrale Wasserversorgung durch den Zweckverband der Arnbachgruppe in den Jahren 1986 bis 1989, gibt es heute das Problem Wassermangel bei der Brandbekämpfung nicht mehr. 

Einen Großbrand gab es 1990 in Untermaxfeld, dort war im Betriebsgebäude der Firma Thomes (Palettenfertigung) Feuer ausgebrochen. Durch Mithilfe zahlreicher Nachbarwehren konnte der Brand relativ schnell unter Kontrolle gebracht werden.

Großbrand bei Paletten Thomas

Wenn man nun im Jubiläumsjahr 2002 zurückblickt, stellt man fest, dass die ersten 50 Jahre geprägt waren, von den üblichen Aufgaben des Feuerschutzes. Obwohl damals bei den Inspektionen fast durchwegs gute Bewertungen erteilt wurden, gab die zum Teil mangelnde Einsatzbereitschaft von Wehrmänner immer wieder Anlaß zu Kritik. Doch das allgemeine Vereinsleben funktionierte, trotz fehlendem Geld in Vereinskasse. Es ist dem großen Idealismus der jeweiligen Vereinsführung zu danken, dass die wichtigen Aufgaben des Feuerschutzes, trotz aller Mängel, weitgehend erfüllt werden konnten. 

Ab den 50 ger- Jahren macht sich dann allmählich auch bei der Feuerwehr der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung und technische Fortschritt bemerkbar. Doch vielfältiger werden ebenso die Aufgaben. Zur Brandbekämpfung kommen hinzu: Hilfe bei Hochwasser, Verkehrsunfälle, Sturmschäden, Ölschadensbekämpfung und vieles mehr. Die finanzielle Bereitschaft der Gemeinde hat dafür gesorgt, dass die technische Ausrüstung heute den gegebenen Erfordernissen entspricht. 

Pfingsthochwasser-Einsatz (1999), 2-tägiger Einsatz in Neuburg

Tanklastzug-Unfall (2001) in der Kehrhofstraße

Nachdem Königsmoos nunmehr die Kriterien einer Stützpunktfeuerwehr erfüllen soll, ist im Jahre 2002 geplant ein neues Fahrzeug (LF 16/12) zu beschaffen, das die nötige Ausrüstung besonders für Verkehrsunfälle hat. Die Kosten hierfür liegen bei rund 265 000 €. Nach Abzug aller Zuschüsse sind aus dem Gemeindehaushalt rund 125 000 € zu finanzieren. 

Unser LF 16/12

Unsere Kommandanten

Friedrich Koob

1902 - 1903

Heinrich Schloßstein

1903 - 1904

Georg Oppenheimer

1904 - 1912

Daniel Hammer

1913 - 1918

Johann Link

1919 - 1922

Andreas Böck

1922 - 1927

Andreas Edler

1927 - 1929

Heinrich Schäfer

1929 - 1930

Johann Kober sen.

1932 - 1934

Andreas Edler

1935 - 1946

Richard Mattes

1946 - 1966

Rudolf Seitle

1966 - 1981

Hans Reichert

1981 - 1992

Karl Klink

1992 - 2016

Bair Georg

2016 - 2022

Schnepf Hans-Peter

2022 - ...

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